Sanierung der Darmflora nach Martin Keymer

Seit mehr als 10 Jahren behandle ich in meiner Praxis chronische Erkrankungen und zwar ganz individuell bezogen auf den jeweiligen Patienten, das muss so sein, denn jedes chronisches Geschehen hat seinen eigenen Ursprung, auch wenn die Krankheit für alle den gleichen Namen hat. Durch unsere großen Schleimhautoberflächen im Bronchialsystem und in unserem Darm kann es oft zu Belastungen kommen. 

Ein ganzheits-therapeutischer Ansatz ist ohne Berücksichtigung der Symbiose (zusammen Leben) im Darm völlig undenkbar. Gerade der Darm leidet unter der „ modernen Lebensführung“. Insbesondere der Weißzucker, die Denaturierung der Nahrung, die vielen Zusatzstoffe in den Lebensmitteln, unser stressbelastetes Leben, der  schnelle Zugriff auf Antibiotika – all dies führt fast zwangsläufig dazu, dass sich die eubiotische (gesunde) Darmflora negativ verändert.

Dann können Darmdysbiosen, Darmmykosen, Fäulnis-und Gärungsdyspepsien, Völlegefühl und Flatulenz, entzündliche Reizungen der Schleimhäute, Verdaungs-und Stuhlunregelmäßigkeiten mit ihren spezifischen unspezifischen Folgeerscheinungen auftreten. Hierbei können einzelne Organe und Organsysteme wie Leber, die Niere, die Haut und das Bindegewebe, aber in der Folge auch der Organismus in seiner Gesamtheit betroffen sein.

Der Darm ist das wichtigste Toxin-Ausleitungs-Organ. Dies betrifft sowohl Toxine von außen, Toxine (Gifte) die sich im Darm selbst bilden – z.B. innerhalb des Verdauungsorganes – als auch Toxine die aus dem Darm vom Blutkreislauf übernommen werden. Ist diese Toxinausleitungsfunktion gestört kann es zu einer Rückvergiftung kommen. In diesem Fall können die Blutgifte nicht entfernt werden, sondern lagern sich zum Teil im weichen Bindegewebe ab.

Somit kommt der Darmflora eine ungeheure Bedeutung zu.

  1. Die Besiedlung der Darmwand mit eubiotischer (gesunden) Darmflora bilden ein Schutzschild der Darmschleimhaut, das die vielen, durch die Nahrung aufgenommenen Toxine (Gifte), einfach weiterleitet, ohne das diese zwangsläufig resorbiert werden. Die eubiotische (gesunde) Darmflora fungiert somit als eine der Darmschleimhaut vorgelagerte erste Abwehrzone.
  2. Die eubiotische Darmflora verhindert die Ansiedlung von pathogenen Keimen auf der Darmschleimhaut und ist elementar wichtig für die Fähigkeit des Organismus, toxische Substanzen, welcher Art und welchen Ursprungs auch immer, über den Darm zu eleminieren und aus dem Körper hinaus zu bringen. Schließlich findet die massivste Auseinandersetzung mit unserer Umwelt in unserem Darm statt, denn der steht durch die Öffnungen Mund und Anus mit der „Außenwelt“ in Kontakt und ist per Definition Außenwelt.
  3. Die eubiotische Darmflora stimuliert das Darmständige und darmassoziierte Immunsystem, somit also etwa 80% der gesamten Strukturen des Immunsystems und ist entscheidend für die Entwicklung des Immunsystems beim Kind. Entscheidend ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Entwicklung der Darmflora beim Kind unmittelbar die Entwicklung des Immunsystems und der TH1 / TH2 Balance vorantreibt.
  4. Auch für die Entwicklung des Kindes, sowohl immunologisch als auch psychisch, ist der Darm das zentrale Organ.
  5. Eine eubiotische Darmflora und ein daraus resultierendes waches Immunsystem  garantieren eine generell gute Immunabwehr des gesamten Körpers, eine ausreichende Immunabwehrkraft gegenüber Pilzen, eine hohe Reaktions-und Ausleitungbereitschaft für alle Gifte, die unseren Organismus gerade in der heutigen Zeit, in der die Umweltbelastungen so stark wie nie zuvor, treffen.
  6. Es ist durchaus legitim zu behaupten, dass eine wache und leistungsfähige Toxinausleitungsfähigkeit eigentlich das einzige Faustpfand darstellt, das wir jetzt und in Zukunft gegenüber den zunehmenden Belastungen von außen haben.

Eine eubiotische Darmflora ist zentral an Verdauungsvorgängen beteiligt, aktiviert Enzymmechanismen und ist elementar verantwortlich für die Milieusituation des Darmes.