Chiasamen – Superfood der Maya ?

Chia ist eine einjährige krautige Pflanze und gehört zur Familie der Lippenblütler.
Die Früchte der ursprünglich aus dem Süden Mexikos und Norden Guatemalas stammenden Pflanze werden Chiasamen genannt. Chia bedeutet in der Sprache der Mayas „Kraft“ und war einst die „Läufer-Nahrung“ für ihre Nachrichtenboten, da man sich damals schon der energiespendenden Eigenschaft der kleinen Körner bewusst war.

In den kleinen unscheinbaren Körner verbirgt sich ein ungeahnter Schatz an Nährstoffen. Die Samen enthalten 25-40% Fett, das zu 60% aus der alpha-Linolensäure (pflanzliche Omega 3) und zu 20% aus Linolsäure (Omega 6) besteht. Das außergewöhnliche Verhältnis von Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren 3:1 liefert dem Körper die optimale Zufuhr, die der Organismus für die Versorgung der Zellen und Organe benötigt.
Der Proteingehalt der Chiasamen ist mit knapp 20% höher als der von den üblich verwendeten Getreidearten (Weizen 14%, Reis 8,5%, Hafer 15%). Die Tatsache, dass alle 8 essenziellen Aminosäuren in hohen Maße vertreten sind, d.h. die biologische Wertigkeit des Eiweiß liegt bei über 90, macht Chiasamen zu einer vollwertigen Eiweißquelle.
Des Weiteren sind die Chiasamen reich an Ballaststoffen, Mineralstoffen und Vitaminen sowie an sekundären Pflanzenstoffen. (1,2)

Neben der antioxidativen Wirkung wurden weitere positiven Wirkungen der Chiasamen in verschieden Studien nachgewiesen und bestätigt, so dass auch die EU nach der Novel-Food-Verordnung Chiasamen 2009 „als neuartige Lebensmittelzutat zur Verwendung in Broterzeugnissen mit einem Höchstgehalt von 5% Chiasamen“ zugelassen hat. Seit 2013 wurde die Zulassung erweitert – in den USA sind Chiasamen seit 1980 auf dem Markt.

Chiasamen und Diabetes
Im Jahr 2007 veröffentlichte die Fachzeitschrift „Diabetes Care“ eine Studie die die Auswirkungen der Chiasamen in Bezug auf die Ursachen von Diabetes Typ 2 untersuchte. Die Probanden erhielten zu ihrer konventionellen Therapie 12 Wochen lang ca. 37 g Chiasamen/Tag. Eine Vergleichsgruppe ca. 37 g Weizenkleie/Tag über 12 Wochen. Dabei konnte gezeigt werden, dass die regelmäßige Einnahme von Chiasamen dazu führte, dass sich der systolische Blutdruck signifikant senkt. Des Weiteren konnte der Blutzuckerspiegel konstant gehalten werden, der Cholesterinspiegel und auch das C-reaktive Protein (CRP) wurden deutlich gesenkt. (6) Ausschlaggebend für den konstanten Blutzuckerspiegel und die Senkung des Cholesterinspiegel sehen die Forscher den hohen Ballaststoffgehalt der Chiasamen.

Chiasamen und Antioxidant
Das antioxidative Potenzial eines Stoffes wird als ORAC-Wert angegeben. ORAC steht für Oxygen Radical Absorbance Capacity, d.h. die Fähigkeit freie Radikale einzufangen. Der ORAC-Wert der Chiasamen ist sehr hoch im Vergleich zu anderen Lebensmitteln, z.B. enthalten 2 EL ca. 2500 µmol TE. Die gleiche Menge erhält man in etwa, wenn man ca. 375 g Karotten verzehrt oder 90 g eines Apfels isst. Dass die Chiasamen so reichlich bestückt sind mit ORAC kommt nicht von ungefähr, denn schließlich enthalten die kleinen Körner einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren, die auch geschützt werden müssen, damit die Saat nicht ranzig wird. Im Organismus unterstützen die Antioxidantien das Immunsystem und sorgen für eine schöne Haut.

Verwendung von Chiasamen
Chiasamen können roh, getrocknet gegessen werden. Da sie aber sehr viel Flüssigkeit zu der Entfaltung ihrer Fähigkeiten benötigen, ist es sinnvoll, den Samen vor dem Essen einzuweichen. Isst man sie „trocken“, sollte man unbedingt viel zusätzliche Flüssigkeit zu sich nehmen.

Chiasamen schmecken auf dem Brot, im Brot, aber auch in süßen Gebäcken, in pikanten Salaten und Gemüseeintöpfen, süßen Fruchtschalen, in Smoothies und in vielem mehr.

Silvia Bürkle
Metabolic Balance

1. Chia kompakt: Superfood Chia-Samen Gesund und lecker; Mandy Bantle
2. European Food Safety Authority (EFSA) 2009; Opinion on the safety of, Chia seeds and ground whole Chia seeds as a food ingeredient. The EFSA Journal 996: 1-26
3. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Neuartige Lebensmittel-Novel Food. URL: www.bmel.de/DE/Ernaehrung/SichereLebensmittel/SpezielleLebensmittelUndZusaetze/NovelFood/_Texte/DossierNovelFood.html?docld=37914
4. Chicco AG, D’Alessandro ME, Hein GJ et al. 2009; Diatary chia seed rich in alpha-linolenic acid improves adiposity and normalises hypertriacylglycerolaemia und insulin resistance in dyslipaemic rats. Br J Nutr 101: 41-50
5. R Ayerza Jr, W Coates; 2007; Effect of dietary alpha-linolenic fatty acid derived from chia when fed as ground seed, whole seed and oil on lipid content and fatty acid composition of rat plasma. Ann Nurt Metab 51: 27-34
6. Vuksan V, Whitham D, Sievenpiper JL et al. 2007; Supplementation of conventional therapy with the novel grain Salba improves major an ernerging cardiovascular riks factors in type 2 diabetes; results of a randomized controlled trial. Diabetes Care 30: 2804-2810
7. Niemann DC, Cayea EJ, Austin MD, Henson DA, McAnulty SR, Jin F.; 2009 Chia seed does not promote weight loss or alter disease risk factors in overweight adults. Nutr Res. 2009 Jun; 29(6): 414-8
8. Domenico Fusco, Giuseppe Colloca Maria Rita Lo Monaco, Matteo Cesari; 2007; Effects of antioxidant supplementation on the aging process. Clin Interv Aging. 377-387